Plötzlich tropft es – und viele reagieren falsch

Nasenbluten tritt meist völlig unerwartet auf und sorgt gerade bei Kindern schnell für Panik. Obwohl Epistaxis – so der medizinische Fachbegriff – in den meisten Fällen harmlos ist, wissen überraschend wenige Menschen, wie sie richtig reagieren sollten. Der verbreitete Griff zum Taschentuch für die Nase und der Kopf in den Nacken? Genau das ist falsch und kann sogar gefährlich werden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Nasenbluten richtig stoppen und wann ärztliche Hilfe notwendig ist.

Warum blutet die Nase überhaupt?

Die Nasenschleimhaut ist von einem dichten Netz feiner Blutgefäße durchzogen, die sehr nah an der Oberfläche liegen. Besonders im vorderen Bereich der Nasenscheidewand – dem sogenannten Locus Kiesselbachi – reicht schon eine kleine Reizung aus, um eine Blutung auszulösen.

Häufige Ursachen bei Kindern und Erwachsenen

Bei Kindern ist Nasenbluten besonders verbreitet. Die Schleimhäute sind noch empfindlicher, und gerade in den Wintermonaten sorgt trockene Heizungsluft für zusätzliche Beanspruchung. Auch das typische Nasebohren oder intensives Schnäuzen bei Erkältungen führt schnell zu Blutungen.

Bei Erwachsenen kommen weitere Faktoren hinzu: Bluthochdruck, blutverdünnende Medikamente wie Aspirin oder Marcumar sowie allergische Reaktionen können Nasenbluten begünstigen. Auch Stress, Alkoholkonsum und intensive körperliche Anstrengung spielen eine Rolle.

In unseren Erste-Hilfe-Kursen in Hildesheim erleben wir immer wieder, dass Teilnehmer überrascht sind, wie häufig dieses Thema im Alltag relevant ist – sei es bei den eigenen Kindern, älteren Angehörigen oder im beruflichen Umfeld.

Nasenbluten richtig stoppen: Die korrekte Erste-Hilfe-Maßnahme

Wenn die Nase blutet, zählt ruhiges und überlegtes Handeln. Mit der richtigen Technik stoppen Sie die Blutung in den meisten Fällen innerhalb von 10 bis 15 Minuten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Aufrecht hinsetzen und Kopf leicht nach vorne neigen

Setzen Sie die betroffene Person aufrecht hin – auf einen Stuhl, eine Bank oder den Boden. Der Kopf sollte leicht nach vorne geneigt werden, sodass das Blut nach unten und nicht in den Rachen fließen kann. Diese Position verhindert, dass Blut verschluckt wird, was zu Übelkeit und Erbrechen führen kann.

2. Nasenflügel zusammendrücken

Drücken Sie den weichen Teil der Nase – also die Nasenflügel – mit Daumen und Zeigefinger zusammen. Halten Sie diesen Druck konstant für mindestens 10 Minuten. Widerstehen Sie der Versuchung, zwischendurch nachzuschauen, ob die Blutung gestoppt hat, denn jedes Loslassen unterbricht den Heilungsprozess.

3. Kühlen im Nackenbereich

Ein kalter Waschlappen oder ein in ein Tuch gewickeltes Kühlpack im Nacken bewirkt, dass sich die Blutgefäße reflexartig verengen. Legen Sie das Kühlmittel niemals direkt auf die Nase, da dies die empfindliche Schleimhaut zusätzlich reizen kann.

4. Ruhe bewahren und abwarten

Gerade bei Kindern ist es wichtig, Ruhe auszustrahlen. Sprechen Sie beruhigend und erklären Sie, was Sie tun. Nach dem Stoppen der Blutung sollte die betroffene Person noch einige Zeit ruhig sitzen bleiben und die Nase nicht schnäuzen.

Die häufigsten Fehler beim Nasenbluten – und wie Sie sie vermeiden

In unseren Erste-Hilfe-Kursen bei der Erste Hilfe Akademie Hildesheim räumen wir regelmäßig mit gefährlichen Mythen auf. Folgende Fehler sehen wir besonders häufig:

Fehler 1: Kopf in den Nacken legen

Dieser Klassiker hält sich hartnäckig, ist aber gefährlich. Das Blut läuft in den Rachen, wird verschluckt und kann zu Übelkeit führen. Im schlimmsten Fall gelangt Blut in die Atemwege.

Fehler 2: Watte oder Taschentücher in die Nase stopfen

Fremdkörper in der Nase stören die natürliche Gerinnung und kleben beim Entfernen an der Wunde fest. Das Herausziehen reißt die frisch gebildete Kruste auf und die Blutung beginnt erneut.

Fehler 3: Hinlegen lassen

Im Liegen steigt der Blutdruck im Kopfbereich, was die Blutung verstärken kann. Außerdem besteht die Gefahr, dass Blut in die Luftröhre gelangt.

Fehler 4: Zu frühes Schnäuzen

Nach dem Stoppen der Blutung ist die Schleimhaut noch empfindlich. Kräftiges Schnäuzen innerhalb der ersten Stunden kann die Blutung erneut auslösen. Auch Bücken und schweres Heben sollten vermieden werden.

Wann ist Nasenbluten ein Fall für den Arzt?

Obwohl die meisten Nasenblutungen harmlos sind, gibt es Situationen, in denen Sie ärztliche Hilfe suchen sollten. Hier gelten folgende Warnsignale:

Nasenbluten vorbeugen: Praktische Tipps für den Alltag

Wer häufiger unter Nasenbluten leidet, kann mit einfachen Maßnahmen vorbeugen. Regelmäßiges Eincremen der Nasenschleimhaut mit speziellen Nasensalben oder Sesamöl hält die empfindliche Haut geschmeidig. Gerade in der Heizperiode hilft ein Luftbefeuchter, die Raumluft angenehm feucht zu halten.

Achten Sie außerdem auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und vermeiden Sie übermäßig scharfes Schnäuzen. Bei Kindern kann es helfen, die Fingernägel kurz zu halten, um Verletzungen durch Nasebohren zu minimieren.

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Nasenbluten richtig stoppen ist nur eines von vielen Themen, die wir in unseren praxisnahen Erste-Hilfe-Kursen in Hildesheim behandeln. Bei der Erste Hilfe Akademie Hildesheim lernen Sie in entspannter Atmosphäre, wie Sie in Notfallsituationen sicher und kompetent handeln können – ob bei Kindern, im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz.

Unsere Kurse finden regelmäßig statt und sind für Führerscheinbewerber, betriebliche Ersthelfer sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aus Hildesheim und Umgebung geeignet.

Kursgebühr: ab 45 €

Kursort: VHS Hildesheim, Pfaffenstieg 4-5, 31134 Hildesheim

Anmeldung und Fragen: +49 179 4758516

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