Ein Schlaganfall ist ein absoluter Notfall – jede Minute zählt. Pro Minute ohne Behandlung sterben beim Schlaganfall etwa 1,9 Millionen Nervenzellen. Mit der einfachen FAST-Regel kann jeder einen Schlaganfall innerhalb von Sekunden erkennen.
Was ist ein Schlaganfall?
Beim Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt – entweder durch ein Blutgerinnsel (Ischämie, 80% der Fälle) oder durch eine Hirnblutung. Die betroffenen Hirnzellen sterben innerhalb von Minuten ab wenn sie nicht behandelt werden.
Die FAST-Regel – so einfach funktioniert sie
- Nicht warten ob es besser wird – auch wenn Symptome verschwinden
- Person NICHT selbst ins Krankenhaus fahren lassen
- Genauen Zeitpunkt der ersten Symptome nennen
- Person ruhig sitzen oder liegen lassen
Weitere Schlaganfall-Symptome kennen
- Plötzliche starke Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache ("schlimmster Kopfschmerz meines Lebens")
- Plötzliche Seh- oder Hörstörungen (Doppelbilder, Sehverlust auf einem Auge)
- Schwindel, plötzlicher Gleichgewichtsverlust, Gangunsicherheit
- Taubheitsgefühl oder Lähmung in Arm, Bein oder Gesicht (einseitig)
- Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit
Was du tun kannst bis der Rettungsdienst kommt
- Person beruhigen und bei ihr bleiben
- Oberkörper leicht erhöht lagern (ca. 30 Grad) wenn sie bei Bewusstsein ist
- Enge Kleidung öffnen
- Nichts essen oder trinken geben – Schluckstörungen sind häufig!
- Bei Bewusstlosigkeit und Atmung: stabile Seitenlage
- Bei Herzstillstand: sofort HLW
Ein TIA (Transitorische Ischämische Attacke) ist ein "Mini-Schlaganfall" mit vorübergehenden Symptomen die sich wieder zurückbilden. Auch hier sofort 112 rufen! Der TIA ist ein ernstes Warnsignal – in den folgenden Stunden und Tagen besteht erhöhtes Schlaganfallrisiko.
Schlaganfall ist keine Frage des Alters
Auch junge Menschen unter 50 erleiden Schlaganfälle. Risikofaktoren die du beeinflussen kannst: Bluthochdruck (wichtigster Faktor!), Rauchen, Herzrhythmusstörungen (besonders Vorhofflimmern), Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel und chronischer Stress.