Sommer bedeutet Freude – aber Hitze kann schnell zur ernsten Gefahr werden. Jahr für Jahr kommt es in Deutschland zu mehreren tausend hitzebedingten Todesfällen. Wer die Warnzeichen kennt und richtig handelt, kann Leben retten. Erste Hilfe im Sommer beginnt mit dem frühen Erkennen von Hitzeproblemen.
Wie Hitze den Körper belastet
Unser Körper hält seine Kerntemperatur bei ca. 36,5–37°C. Ab etwa 30°C Außentemperatur – besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit – stößt der Kühlmechanismus (Schwitzen) an seine Grenzen. Die Körpertemperatur kann gefährlich ansteigen.
Besonders gefährdet sind: Kinder (unreifes Temperaturregulationssystem), ältere Menschen (geringeres Durstempfinden), chronisch Kranke und Personen die bestimmte Medikamente nehmen.
Die 4 hitzebedingten Notfälle
1. Hitzschlag – lebensbedrohlich
Die Temperaturregulation versagt komplett. Körperkerntemperatur steigt über 40°C. Es droht Multiorganversagen.
- Hochrote, trockene, heiße Haut (kein Schweiß mehr!)
- Schwindel, Erbrechen, Verwirrtheit
- Bewusstlosigkeit
- Betroffene in den Schatten bringen
- Kleidung öffnen, feuchte kühle Tücher auf Körper legen
- Keine eiskalten Maßnahmen – das kann Gefäßkrämpfe auslösen
- Bewusstlose in stabile Seitenlage bringen
2. Sonnenstich – Reizung der Hirnhäute
Direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken reizt das Gehirn. Typisch: roter heißer Kopf – aber noch normaler Körper, Lichtempfindlichkeit, starke Kopfschmerzen, Übelkeit. Bei Kindern: Unruhe, Erbrechen.
Erste Hilfe: Aus der Sonne, Kopf leicht erhöht lagern, Stirn und Nacken kühlen, Flüssigkeit geben wenn bei Bewusstsein. Bei Bewusstseinsstörungen: Notruf 112.
3. Hitzeerschöpfung – der stille Notfall
Flüssigkeits- und Elektrolytverlust durch starkes Schwitzen. Symptome: Schwäche, Schwindel, trockene Schleimhäute, dunkler Urin, Muskelkrämpfe.
Erste Hilfe: Kühlen, in kleinen Schlucken trinken (Wasser mit etwas Salz oder Elektrolytgetränke), Beine hochlagern. Bei starker Erschöpfung oder Bewusstseinsstörung: Notruf 112.
4. Hitzekrämpfe
Natriumverlust durch starkes Schwitzen führt zu schmerzhaften Muskelkrämpfen, meist in Waden und Oberschenkeln. Erste Hilfe: Sport stoppen, Schatten, langsam Elektrolyte zuführen, betroffenen Muskel vorsichtig dehnen.
Prävention – Hitzeproblemen vorbeugen
- Trinken: 1,5–2 Liter täglich, bei Hitze mehr – nicht erst wenn Durst kommt
- Kleidung: Hell, locker, atmungsaktiv – Baumwolle oder Leinen
- Kopfbedeckung: Besonders für Kinder und ältere Menschen unverzichtbar
- Mittagshitze meiden: Aktivitäten in frühe Morgen- oder Abendstunden verlegen
- Räume kühlen: Nachts lüften, tagsüber Jalousien schließen
- Senioren: Aktiv ans Trinken erinnern – sie spüren Durst oft nicht mehr
Kinder oder Haustiere niemals im parkenden Auto lassen – die Temperatur steigt innerhalb weniger Minuten auf über 50°C. Bei eingeschlossenem Kind sofort 112 rufen.