Atemnot kann viele Ursachen haben – und ist immer beängstigend. Beim Asthmaanfall verkrampfen sich die Atemwege: Die betroffene Person bekommt Luft hinein, aber kaum noch heraus. Schnelles Erkennen und richtiges Handeln können Leben retten.
Asthmaanfall erkennen – diese Zeichen sind wichtig
Ein Asthmaanfall kann sich langsam ankündigen oder plötzlich auftreten. Die typischen Erkennungszeichen:
- Pfeifendes Atemgeräusch (Giemen) beim Ausatmen
- Plötzliche Atemnot und Engegefühl in der Brust
- Hustenreiz, besonders nachts oder bei körperlicher Anstrengung
- Aufgerichtete Körperhaltung – Person stützt sich auf die Arme (Kutschersitz)
- Angst und Unruhe durch die Atemnot
- Blaue Lippen oder Fingernägel (Zyanose) – schwerer Anfall, sofort 112!
Erste Hilfe beim Asthmaanfall – Schritt für Schritt
- Kein Asthma-Spray vorhanden ist
- Das Spray nach 10 Minuten keine Wirkung zeigt
- Lippen oder Fingernägel blau werden (Zyanose)
- Die Person nicht mehr sprechen kann
- Bewusstlosigkeit droht oder eintritt
Atemnot – andere mögliche Ursachen
Nicht jede Atemnot ist Asthma. Es ist wichtig, weitere Ursachen zu kennen:
- Herzinfarkt – Atemnot verbunden mit Brustschmerzen, Ausstrahlung in Arm oder Kiefer
- Allergische Reaktion (Anaphylaxie) – Atemnot mit Hautreaktionen, Schwindel
- Lungenembolie – plötzliche Atemnot, Herzrasen, Brustschmerzen
- Fremdkörper in den Atemwegen – besonders bei Kindern, plötzlicher Beginn
- Hyperventilation – durch Angst oder Panik, prickeln in Händen und Lippen
Hyperventilation – der Sonderfall
Bei Hyperventilation atmet die Person zu schnell – meist durch Angst oder Panik ausgelöst. Der Körper verliert zu viel CO₂. Symptome: Kribbeln in Händen und Lippen, Schwindel, Taubheitsgefühl, manchmal Muskelkrämpfe.
Person beruhigen, bewusst langsam atmen lassen. Klassische Methode: in eine Tüte atmen (CO₂-Rückatmung). Wichtig: Zuerst sicherstellen dass kein echter Notfall (Herzinfarkt, Lungenembolie) vorliegt!
Prävention – Asthmaanfälle vermeiden
- Bekannte Auslöser (Pollen, Staub, Haustiere, Kälte) meiden
- Asthma-Spray immer griffbereit haben – auch im Sport
- Regelmäßige Kontrolle beim Lungenfacharzt
- Stressmanagement – Stress kann Anfälle triggern
- Rauchen ist der stärkste Risikofaktor – unbedingt aufhören